Eine kleine Zündkerzenkunde

Grundlagen Zündkerzen

Die Zündkerze spielt im Ottomotor eine wesentliche Rolle. Sie ist für die Entflammung des Luft-Kraftstoff-Gemisches verantwortlich. Die Güte dieser Entflammung beeinflusst viele Faktoren, die für den Fahrbetrieb und die Umwelt von enormer Bedeutung sind. Hierzu gehören etwa Laufruhe, Leistungsfähigkeit und Effizienz des Motors ebenso wie der Schadstoffausstoss.

Bedenkt man, dass eine Zündkerze zwischen 500 und 3500 Mal pro Minute zünden muss, wird klar, wie groß der Beitrag einer modernen Zündkerzentechnik etwa zur Einhaltung aktueller Schadstoffnormen und zur Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs ist.

Temperaturverhalten von Zündkerzen

Individuell zugeschnitten auf die unterschiedlichen Motorkonstruktionen und Fahrbedingungen muss eine zeitgemäße Zündkerze sein. So kann es eine Zündkerze, die in allen Motoren problemlos funktioniert, nicht geben.

Da die Temperaturentwicklung der jeweiligen Motoren im Brennraum unterschiedlich ist, braucht man Zündkerzen mit unterschiedlichen Wärmewerten. Ausgedrückt wird dieser Wärmewert durch die so genannte Wärmewertkennzahl. Diese Wärmewerte stellen eine auf Elektroden und Isolator gemessene, jeweils der Motorbelastung entsprechende, mittlere Temperatur dar.

 

 

Die Wärmewertkennzahl stellt eine auf Elektroden und Isolator gemessene, jeweils der Motorbelastung entsprechende, mittlere Temperatur dar

Das optimale Temperaturfenster für Zündkerzen

Zündkerzen benötigen ein spezielles Temperaturfenster, um optimal arbeiten zu können. Die Untergrenze dieses Fensters liegt bei 450 °C Zündkerzentemperatur, der so genannten Selbstreinigungstemperatur. Ab dieser Temperaturschwelle werden angesammelte Rußpartikel auf der Isolatorspitze verbrannt.

Liegt die Betriebstemperatur dauerhaft darunter, können sich elektrisch leitende Rußpartikel ablagern, bis die Zündspannung über die Rußschicht auf die Fahrzeugmasse abfließt, statt einen Funken zu bilden.

Ab einer Zündkerzentemperatur von 850 °C erhitzt sich der Isolator so stark, dass es an seiner Oberfläche zu unkontrollierten Zündungen kommen kann, den Glühzündungen. Solche unkontrollierten, abnormalen Verbrennungen können zu Motorschäden führen.

 

Zündkerzen benötigen ein spezielles Temperaturfenster, um optimal arbeiten zu können

 

Zündkerzenvergleichstabelle

BOSCH alt

BOSCH neu

BERU alt

BERU neu

Champion

NGK

W 145 T 1

W8A

145/14

14-8A

H88

B5HS

W 175 T 1

W7A

175/14

14-7A

L85 v H88

B6HS

W 175 T 2

W7C

175/14/3

14-7C

N88

B6ES

W 225 T 1

W5A

225/14

14-7A

L85 v H88

B7HS

W 240 T 1

W4A1

240/14

14-5A

L81

B7HS

W 260 T 1

W3AC

260/14

14-4A1

L4G

B8HS

Alle Angaben ohne Gewähr. 

und noch ein Tipp aus dem Archiv:

Einen Zündkerzen - Tipp aus dem Jahr 1959, der in gewisser Weise auch heute noch seine Gültigkeit hat!

Die Zündkerzen lassen sich zuweilen nur unter größerem Kraftaufwand herausschrauben, weil sich das Kerzengewinde unter dem Einfluss der hohen Temperatur festgefressen hat. Meist liegt es daran, dass beim Einschrauben etwas Fett oder Öl auf das Gewinde gegeben wurde, in der Annahme dadurch ließe sich die Kerze später wieder leicht lösen.
Falsch gedacht, denn das ist ein Trugschluss!
Das Fett oder Öl verbrennt bei der im Zylinder herrschenden hohen Temperatur und hinterlässt äußerst gut haftende Rückstände, die das normalerweise einfache Herausschrauben erschweren.
Um das zu vermeiden, wurde damals empfohlen, das Kerzengewinde vor dem Einschrauben mit einem Lappen sorgfältig von allen Fett- und Ölrückständen zu reinigen und dann etwas Graphit aufzutragen. Jede Bleistiftmine eignet sich als " Rohmaterial" mit der Minenspitze über die Gewindegänge der Kerze "rubbeln". Auf diese Weise wird ein Festsetzen der Kerze verhindert und sie lässt sich später ohne besondere Gewaltanwendung wieder herausschrauben.

Wer aber hat im Zeitalter der Kugelschreiber, Eddingstifte und PCs noch einen richtigen Bleistift in seiner Werkzeugkiste?
Darum an dieser Stelle ein Tipp:
Auf das gereinigte Kerzengewinde ein wenig Kupferpaste aus der Tube verteilen und die Kerze lässt sich locker rein- und nach langer Fahrzeit auch locker raus schrauben.

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